Erziehungsform

WEINBERGE   


Hohe und breite Weinstöcke

image363Die niedrigen und schmalen Weinstöcke der traditionellen Weinberge wurden ab den 60er Jahren in hohe und breite Weinstöcke umgewandelt. Bei hohen Weinstöcken sind die Frostschäden geringer und das Unkraut unter den Weinstöcken ist leichter zu entfernen.

Breite Weinstöcke erleichtern die maschinelle Bearbeitung, was die Produktionskosten erheblich verringert. Bei einer Anpassung des Schnitts bleibt der Ernteertrag ausreichend hoch.

Etwas unter 3.000 Rebstöcke pro Hektar: Reihenabstand 3 m, Entfernung zwischen den Rebstöcken 1,20 m

Der heute meistverwendete Reihenabstand beträgt 3 m (höchstens 3,50 m), die Entfernung zwischen den Rebstöcken in der Reihe 1,20 m, was etwas unter 3.000 Rebstöcke pro Hektar ergibt (Die minimale Pflanzdichte der Rebstöcke liegt bei 2.200 Stöcken pro Hektar).

Traditionelle Erziehungsform beim Schnitt: Guyot Double mit Bogen- oder Flacherziehung

image403Der Rebschnitt ist jedes Jahr obligatorisch. Alle Schnittarten sind zugelassen.

Die traditionelle Erziehungsform ist der „Guyot Double“ mit Bogen- oder Flacherziehung.

Auf beiden Seiten des Rebstocks wird eine lange Rute mit 8 bis 10 Knospen beibehalten (sie wird „Latte“ oder „Baguette“ genannt), dazu kommt eventuell ein Zapfen („Courson“) mit 2 Augen. Diese langen Hölzer werden im Bogen an zwei Drähten befestigt oder auch flach an nur einem Draht, eine Form, die immer öfter angewandt wird. Im Allgemeinen sind nach dem Schnitt etwa 60.000 Augen pro Hektar übrig. Die Anzahl an Augen ist auf 80.000 pro Hektar begrenzt.

Auch der kurze „Cordon“-Schnitt wird verwendet, jedoch weniger häufig, da er zur schnellen Alterung der Rebstöcke führt.

Man findet den Cordonschnitt sowohl mit niedrig angebundenen Ruten wie auch mit hohen, nicht angebundenen Ruten.

Derzeit entwickeln sich zwei Schnittformen :

– der Hochbogen, ein langer Schnitt ohne Aufbinden, der die Vorteile eines langen Schnitts (Fruchtbarkeit, Langlebigkeit) bietet und das Hochziehen unnötig macht,

– ein zweijähriger Wechsel zwischen flach gebundenem, langem Schnitt und Zapfenschnitt. Jedes Jahr können die Reben in dem Teil des Betriebs, der den Zapfenschnitt angewandt hat, vorgeschnitten werden.

Aufbindhöhe etwa 2 Meter

image461Beim Aufbinden (Palissage) bzw. Hochziehen (Relevage) im Juni werden die Jahrestriebe angehoben und zwischen Gerüstdrähten befestigt.

Die Enden der Ruten können dann so in Form geschnitten werden, dass die Vegetation wie ein Parallelepiped aussieht. Das Hochziehen ist eine der längsten und schwierigsten Arbeiten, deren Mechanisierung voranschreitet.

Die Aufbindhöhe von etwa 2 m ergibt ein kleines Verhältnis von Höhe zu Reihenabstand, verglichen mit dem der Weinberge, die für die Herstellung von Konsumwein verwendet werden. Dies hilft dabei, den Alkoholgehalt der Weine und den Wasser-Stress (und Schäden durch zuviel oder zuwenig Wasser) zu verringern.

Während des Pflanzenwachstums (vom Knospenaufbruch bis zum Abfallen der Blätter) werden nur wenige Arbeiten vorgenommen, im Gegensatz zu den meisten Weinbergen für Trinkweine.

Kein Entfernen der überzähligen Augen, keine Schnittarbeiten am grünen Rebstock zur Anpassung des Ertrags, kein Entlauben.

Nur das Ausgeizen ist unerlässlich (Unterdrückung der Triebe, die am Stamm wachsen).