17. Jahrhundert

GESCHICHTE DES COGNAC   

Einführung der doppelten Destillation

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wird die doppelte Destillation in der Region eingeführt. Das Produkt hat eine weit höhere Alkoholkonzentration als der „Brandwijn“ und kann problemlos verschifft werden.

Alambic au XVIIe siècle (Encyclopédie Diderot)Nach und nach werden die ersten, von den Holländern in der Charente aufgestellten Brennblasen, verändert. Bald schon beherrschen die Franzosen die Kunst des Destillierens und verbessern die Technik (mit der Einführung der doppelten Destillation).

Bis zu Anfang des 17. Jahrhunderts bestand die Destillation nur aus einem einzigen Brennvorgang, der den „Brouillis“, den Rauhbrand, ergab, der mit Gewürzpflanzen aromatisiert getrunken wurde.

Der Überlieferung nach wurde die doppelte Destillation vom Seigneur de Segonzac, Chevalier de la Croix Maron, einem sehr gläubigen Ritter erfunden. Er soll geträumt haben, dass der Teufel seine Seele stehlen wollte. Im Traum sah er sich im Kessel des Teufels sitzen, jedoch war sein Glaube so tief in seiner Seele verwurzelt, dass sie ein erstes „Brennen“ unbeschadet überstand. Um sie dennoch an sich zu reißen, war der Teufel gezwungen, die Seele ein zweites Mal zu „brennen“. Am nächsten Morgen hatte der Ritter daher die Idee, die Seele des Branntweins mit einer zweiten Destillation zu gewinnen.

In der Gegend um Cognac hat sich diese Legende über den Ursprung der doppelten Destillation der Cognac-Branntweine erhalten.

Als der in Eichenfässer aus der Nachbarregion Limousin gefüllte Branntwein vor dem Verschiffen einmal länger lagert, stellt man eine deutliche Verfeinerung des Geschmacks fest. Das erste Handelshaus entsteht im Jahr 1643; es ist das „Maison Augier“.